Schufabook

Es ist eine Weile her, ja. Die Welt ist voll von Datenschutznachrichten und das macht ein Blog wie dieses nebensächlich. Aber die Meldungen der letzten Tage zur Schufa haben mich dann doch dazu gebracht, mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben. Die Berichterstattung zur Schufa und der Ansatz, Facebook und andere soziale Netze für Kreditwürdigkeitsanalysen zu nutzen, ist schon vor Jahren von denen vorhergesagt worden, die wissen, dass technische Möglichkeiten Begehrlichkeiten wecken. Wenn damals darauf hingewiesen wurde, dass nur die Vermeidung von Datenverarbeitung wirksamen Datenschutz möglich macht, wurde das vielfach mit den Worten kommentiert: Wer nichts zu verbergen hat … bla bla bla. Sie kennen das alle. Aber: Continue reading

Facebook und Privacy

Unter dem Druck der Investorengemeinschaft wird sich Facebook früher oder später als Cash Cow präsentieren müssen. Wie macht man das? Man benötigt dazu möglichst viele Personendaten. Eine aufschlussreiche Grafik, welche den Abbau der Benutzerrechte und die immer weitere Verfügbarkeit der persönlichen Daten zeigt dazu wurde im Mai 2010 durch Mac McKeon publiziert. Alle weiteren Informationen sind hier zu finden.

Jetzt geht’s los

Erstaunlicherweise hat es doch ziemlich lange gedauert, bis die Datenschützer sich ernsthaft mit den Social Networks auseinandersetzen. Während in den USA die Datenschutzthematik langsam hochkocht, scheinen sich nun die Europäer ernsthaft Gedanken zu machen, wie man mit Facebook und Co. umgehen soll. Jetzt geht’s los?

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Wer surfen kann, kann auch arbeiten

Bei Facebook soll es laut einem Bericht der Schweizer 20 Min AG bis vor kurzem ein Mitglied namens Hannelore Müller gegeben haben. Eine ehemalige Mitarbeiterin der Schweizer Versicherungsgesellschaft Nationale Suisse hätte neben weiteren Mitarbeitern der Versicherung von Frau Müller eine Freundschaftsanfrage erhalten und Frau Müller sei bei Facebook verschwunden, nachdem besagte Mitarbeiterin von der Versicherung gekündigt wurde. Die Kündigung begründete die Nationale Suisse damit, dass die Mitarbeiterin an einem Tag, an dem sie wegen Migräne krankgeschrieben gewesen sei, bei Facebook gesurft hätte. Weiter hätte es seitens der Versicherung geheißen: „Wer surfen kann, kann auch arbeiten“.

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Mein Name ist Kermit

Das Hamburger Abendblatt lässt uns wissen, dass die Nutzerprofile von Menschen, die ungewöhnliche Namen haben, im Social Network Facebook unter Umständen ohne Vorwarnung gelöscht werden. Der Australierin Elmo Keep sei durch den Betreiber mitgeteilt worden, sie habe sich nicht mit ihrem echten Vornamen angemeldet, denn Elmo hieße eine Figur aus der Sesamstraße und deshalb sei ihr Profil gelöscht worden. Wenn Sie also zufällig Ken heißen und auf der Suche nach Barbie sind, sollten Sie sich bei Facebook ein Pseudonym zulegen und hoffen, dass Barbie das auch so macht. Ein Pseudonym?

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Xing abmelden?

In letzter Zeit mehren sich hier die Google-Anfragen zu „Xing abmelden“, „Wie lösche ich meine Mitgliedschaft bei Xing“, „Abmelden einer Premium-Mitgliedschaft bei Xing“, „Xing kündigen“, oder „Xing Mitgliedschaft kündigen“. Über die Motive der Suchenden kann man nur spekulieren, ich hatte bereits hier über die Abmeldefunktion geschrieben. Der Einfachheit halber hier nochmals den Link zur Abmeldung. Funktioniert aber nur bei Nicht-Premium-Mitgliedschaften. Premium-Mitglieder können sich hier abmelden.

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Xing-Boss Lars Hinrichs nennt Nutzer unbedarft

Die Frage, was in der Zukunft mit den Daten der Xing-Nutzer passieren könne, hat Xing-CEO Lars Hinrichs bei einer Fragestunde in einem hamburger Forum damit beantwortet, dass Nutzer des Social Networks „Xing“ im Umgang mit ihren persönlichen Daten nicht exhibitionistisch, sondern unbedarft seien. Vor 10 Jahren wäre die Sicherheitsfrage zum Internet genau so beantwortet worden, wie heute beim Web 2.0, oder eben bei Xing. Wenn es etwas zu kritisieren gäbe, dann nicht das System, sondern das Verhalten von Nutzern, die von der Bereitstellung von Konfigurationsmöglichkeiten zur Privatsphäre auf der Xing-Plattform keinen Gebrauch machen würden. Continue reading

Der unaufhaltsame Verlust der Privatheit

Im Jahr 1985 hat die europäische Union mit der Konvention 108/81, dem „Übereinkommen zum Schutz des Menschen bei der automatisierten Datenverarbeitung“ ein normatives Vertragswerk zu Harmonisierung nationaler Datenschutzgesetze erlassen. Der europäische Datenschutztag soll seit 2007 an jedem 28. Januar an dieses Ereignis erinnern. Am 2. europäischen Datenschutztag fanden, wie auch letztes Jahr, verschiedene Veranstaltungen und Stellungnahmen Eingang in die Berichterstattung (Siehe auch Schäuble wirft Datenschützern Unsinn vor). Continue reading

Datenschutzerklärung oder datenschutzrechtliche Einverständniserklärung?

Auf zahlreichen Webseiten oder in Formularen, die den Zugang zu Dienstleistungen, Newslettern und Bestellungen ermöglichen sollen, findet man den Hinweis „Datenschutzerklärung“, „Hinweise zum Datenschutz“ oder ganz einfach „Datenschutz“. Nach Auffassung der bayerischen Landesaufsichtsbehörde für den Datenschutz im nicht-öffentlichen Bereich „fällt insbesondere in den Formularen von Versicherungen, Banken, und Kundenkarten sowie bei Preisausschreiben immer wieder auf, dass die vorformulierten datenschutzrechtlichen Einwilligungserklärungen nicht den Erfordernissen des § 4 a BDSG entsprechen.“ Im 2. Tätigkeitsbericht heißt es weiter: „Man hat zuweilen den Eindruck, dass Unternehmen die Einwilligungen, die sie von ihren Kunden verlangen, geradezu vor ihnen verstecken wollen.

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Datenschutz im Web 2.0

In Datenschutzkreisen wurde in den letzten Monaten des öfteren thematisiert, das Web 2.0. Ich habe nicht so ganz verstanden, warum das so heißt. Faktisch ist es nur eine Erweiterung der Anwendungspalette im Internet, bei der jedermann die Möglichkeit gegeben wird, sich selbst zu präsentieren und der Welt Dinge mitzuteilen, die keiner wissen will. Oder etwa doch? Continue reading

2008… Was war, was wird?

Auch ein Datenschützer macht sich zum neuen Jahr Gedanken. Welche Entwicklungen dürfen wir 2008 erwarten? Die Vorratsspeicherung ist aktiv, die Datensammelwut der Privatwirtschaft kennt keine Grenzen, Kameras finden sich an allen erdenklichen Orten und nicht nur diese Beobachtung wird zur “Normalität“.
Es stellt sich die Frage, wann uns der eigene Datenschatten überholt. Es ist 25 Jahre her, dass das Bundesverfassungsgericht in seinem Volkszählungsurteil Grundlegendes über das Recht auf Privatheit gesagt hat. Das Gericht hat damals eine Gesellschaftsordnung abgelehnt, “in der Bürger nicht mehr wissen können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über sie weiß”. Continue reading

Xing? …bin dann mal weg

Vor dem Hintergrund der jüngsten Neuerungen in Xing ziehe ich es vor, mich aus der Xing-Gemeinde zu verabschieden. Transparenz mag für manchen Nutzer gewollt und auch von Vorteil sein, für einen Datenschützer wirft sie Fragen und Stirnfalten auf. Als ich mich gestern morgen bei Xing eingeloggt habe, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass „Neues aus meinem Netzwerk“ mit einer Opt-Out-Version versehen ist, wie fast alle Funktionen bei Xing. Dieses Transparenzgebaren, das schon letzte Woche durch die Verkündung des Ausschlusses einer verdeckten Mitgliedschaft in den Foren in meinen Augen einen fast unerträglichen Höhepunkt gefunden hat, überschreitet m.E. die Grenze der Verhältnismäßigkeit.

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