Der 52. Bundesstaat

Eines meiner Lieblingszitate ist von Charles Bukowski.  „How the hell could a person enjoy being awakened at 6:30 am by an alarm clock, leap out of bed, dress, force-feed, shit, piss, brush teeth and hair, and fight traffic to get to a place where essentially you made lots of money for somebody else and were asked to be grateful for the opportunity to do so.“
Es ist eine Systemkritik. Nichts anderes. Nicht jeder hat die Möglichkeit zu Hause seine Brötchen zu verdienen, auf eigene Rechnung zu arbeiten und das zu tun, was man möchte. Den meisten Menschen ist es deshalb verwehrt in einem Haus am Strand zu leben und den Tag mit einem Aufwachen ohne Wecker zu beginnen. Aber das ist es nicht, was Bukowski sagen möchte. Es geht darum, sich darüber im Klaren zu sein, inwieweit man von anderen beherrscht wird, ferngesteuert ist und Dinge tun muss, die man eigentlich gar nicht will. Und es geht auch darum, Dinge zu verändern, die nicht richtig sind, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

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Angie

Angie, Angie, when will those clouds all disappear?
Angie, Angie, where will it lead us from here?“
Mick Jagger und Keith Richards landeten 1973 mit „Angie“ einen Nummer 1 Hit. Damals hatten Wolken noch nicht die Bedeutung, die sie heute haben. Die „Cloud“ war noch nicht erfunden.
Angela Merkel wird oft mit diesem Song in Verbindung gebracht. Heute hat das sicher auch eine tiefsinnigere Bedeutung. Denn von der Bundesregierung ist nichts zu lesen oder zu hören, wenn es um eine Stellungnahme zu den Machenschaften der Schlapphüte, oder Maßnahmen zum Schutz der informationellen Selbstbestimmung in der EU geht. Die Kanzlerin schweigt oder hüllt sich in schlichte Plattitüden, anstatt eine eindeutige Stellung gegenüber den USA zu vertreten. Warum? Continue reading

Nackt

Nackt in der Öffentlichkeit ist bei bestimmten Anlässen ein Thema für die Polizei und führt mitunter zu einem Hilferuf an die Ordnungshüter, die dann mit Begriffen wie „Erregung öffentliches Ärgernis“ argumentieren. Dagegen scheint Entblößung am Flughafen aus Gründen der Gefahrenabwehr harmlos und von der Öffentlichkeit toleriert. Die Rede ist von den sogenannten Nacktscannern. Systeme, mit denen Reisende bis auf die Haut entblößt werden. Diese Technologie ist an verschiedenen Flughäfen bereits im Einsatz und führt auch schon mal zum Hinweis: „Sie haben da noch ein Taschentuch in der Hosentasche!“ Continue reading

20 Mrd. € Schadensersatz?

Das könnte teuer werden. Die italienische Verbraucherschutzorganisation Codacons hat nach der Veröffentlichung von Steuerdaten im Internet Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe gestellt. Unter Berufung auf die Zeitung La Repubblica berichtet Heise, dass entsprechend einer Anzeige, die Codacons der Staatsanwaltschaft in Rom und der Datenschutzbehörde vorgelegt hat, jeder betroffene Bürger als Wiedergutmachung 520 Euro erhalten soll. Insgesamt würde sich die geforderte Summe damit auf 20 Milliarden Euro belaufen.

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Wer reist mit wem und was man liest man

Das US-Heimatministerium sammelt wesentlich mehr Daten über Reisende und wertet sie mit dem Automated Targeting System aus, als bislang bekannt gewesen ist. Nach einem Bericht der Washington Post, der sich auf Dokumente stützt, die das Identity Project über Eingaben nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhalten hat, wurde die Datensammlung seit 2002 wesentlich erweitert. Die Daten werden bis zu 15 Jahre gespeichert. Continue reading

USA wollen PNR-Details geheim halten

Die britische Bürgerrechtsorganisation Statewatch hat laut Heise online berichtet, dass die US-Regierung vom EU-Rat verlangt hat, dass alle Akten über die Verhandlungen des neuen transatlantischen Abkommens zum Transfer von europäischen Flugpassagierdaten an die US-Sicherheitsbehörden mindestens zehn Jahre der Öffentlichkeit vorenthalten werden. Die geheim zu haltenden Dokumenten sollen demnach alle Papiere umfassen, die Brüssel und Washington bei den Absprachen rund um den ausgedehnten Vertrag zur Weitergabe von Passenger Name Records (PNR) untereinander ausgetauscht haben. Continue reading

EU und USA erzielen Vereinbarungen über PNR

Heise berichtet, dass zwischen der EU und den USA eine Einigung über die Übergabe der Flugpassagierdaten (Passenger Name Record) PNR) an die Sicherheitsbehörden der USA erzielt wurde. Schon im Vorfeld war bekannt geworden, dass die EU den Wünschen der USA noch weiter nachkommen wird und es gestattet, dass die US-Sicherheitsbehörden die Daten 15 Jahre lang speichern dürfen. Bislang wurden die Daten dreieinhalb Jahre vorgehalten, die USA hatte 50 Jahre verlangt. Continue reading