Vanilleeis und Priapismus

Eine Bekannte von mir erzählte jüngst von einem ihr befreundeten Pärchen, dessen männlicher Part ohne dessen Wissen von ihr „Mister 2 Kugeln Vanilleeis“ genannt wird. Eben weil jener beim Gang ins Eiscafe immer 2 Kugeln Vanilleeis bestellt.
Bis sie mir von Mr. Vanille erzählte, wusste sie nicht, dass Vanilla in der SM-Szene die Art von Sexualität beschreibt, die nicht in den Bereich von Sado-Maso fällt. Sozusagen, wenn es um Standards, oder Blümchensex geht. Die Begründung dafür klingt logisch, denn jeder Mensch mag Vanilleeis und keine andere Sorte ist weiter verbreitet.
„Mister 2 Kugeln Vanilleeis“ hätte nun mit seiner Partnerin eine neue Heimstätte bezogen, und damit kam die Vermutung auf, dass die SM-Szene mit der Beschreibung Recht hat. Denn in den zum Schlafen vorgesehenen Räumlichkeiten von „Mr. 2 Kugeln Vanilleeis“ ist ein aufrechtes Zubettgehen aufgrund fehlender Raumhöhe ausgeschlossen.
Und was macht jemand, der nur Vanilleeis isst, in einem Schlafzimmer, in dem ausschließlich eine liegende Position möglich ist? Jetzt könnte es schlüpfrig werden…
Aber hier geht es um Datenschutz und nicht um Kopfkino oder sexuelle Phantasien… Und wir sind schon mittendrin, im § 3 Abs. 9 des BDSG. Dort heißt es: „Besondere Arten personenbezogener Daten sind Angaben über die rassische und ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder philosophische Überzeugungen, Gewerkschaftszugehörigkeit, Gesundheit oder Sexualleben.“ Sexualleben? Vanilleeis?

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Wie das Internet Karrieren zerstört

Ein Bericht in der Welt-Online macht deutlich, dass man heutzutage sehr vorsichtig mit der Offenbarung persönlicher Lebensumstände im Internet sein sollte. Das Internet sei längst zur Datenfalle geworden. Persönliche, unbedacht gemachte und schmutzige Einträge brächten Menschen zu Fall. Wer sich für einen Job bewirbt, sollte im Netz eine weiße Weste haben – der Personalchef fände pikante Daten garantiert. Continue reading