… und die Lämmer schweigen

The POTUS Donald Trump – man mag über ihn denken, was man will – hat sich im Februar 2016 mit einem Retweet auf ein dem italienischen Diktator Benito Mussolini zugeschriebenem Zitat als Faschist “geoutet”. So zumindest wird es von denen verstanden, die ihn in der Öffentlichkeit als jemanden darzustellen bemüht sind, der des Amtes des Präsidenten der USA unwürdig ist. The Donalds Tweet: “It is better to live one day as a lion than 100 years as a sheep”, war seine provozierte Reaktion auf einen Twitter – Account, der sich als Social Bot herausstellte, ein Programm, das eine menschliche Identität vortäuscht, um Nutzer zu manipulieren. In diesem Fall ging es laut der Bot-Programmierer darum, zu beweisen, dass auch Politiker nicht in der Lage sind, sich gegen Manipulationen durch Bots zu schützen.
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Neues aus Lummerland

Unglaublich und doch wahr: Es gibt Menschen, die sind noch paranoider als ich. Eine gute alte Freundin von mir, die nebenbei bemerkt aus Datenschutzgründen die Kamera an ihrem Laptop mit einem Post-It abklebt, erzählte mir neulich von einem Dilemma, das sie mit ihrem iPhone 4 hatte.
Ihre grundsätzliche Verweigerung iTunes für die volle Bandbreite des Gerätes zu nutzen, mag neben der nachlassenden Akkuleistung mit ein Grund dafür gewesen sein, dass das gute Stück wegen der fehlenden Upgrades allmählich den Geist aufgegeben hat. Ihr Chef wollte dem Abhilfe leisten und sponserte ein nagelneues iPhone 6s. Und um die Daten von dem alten Gerät auf das neue zu übertragen, hat sie es tatsächlich geschafft, die Apple-Leute zu überreden ihr diesen Gefallen zu tun. Ohne dass sie einen iTunes-Account dafür anlegen musste. Geht auch ohne digitale Seele, könnte man jetzt sagen. Man muss nur hartnäckig sein und sich nicht von der Masse treiben lassen.
Ein paar Tage später bekam ich von ihr unter dem Kommentar *schüttel-mit-dem-kopf* einen Link zu einem Artikel in der Digitalausgabe der Bildzeitung. Das erste, was ich zunächst zu sehen bekam, war eine leere Seite mit der ULR: Warum sehe ich bild.de nicht…

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Wunderschöne Einverständniserklärung

„Wenn wir herausfinden wollen, ob eine Kundin schwanger ist, obwohl sie uns das nicht wissen lassen will, könnten Sie das für mich tun?“. Diese Frage wurde 2002 an einen Marketingentwickler in den USA gestellt und ist eine der Geschichten um Big Data. Die positive Antwort ist heute nur eine der trickreichen Positionen, die im Marketing zur Verbraucheranalyse verwendet werden. OK, USA und weit weg? Nicht wirklich.

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Die dynamische Preisgestaltung

Wie kaufen Sie ein? Online im Netz, oder gehen Sie selbst ins Geschäft? Und haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie Sie online aussehen?
Ich meine nicht ihr Foto bei Facebook oder in anderen sozialen Netzen. Das kann man leicht ändern. Nein, die Frage bezieht sich auf Ihr Kundenprofil, Ihre digitale Seele, die Sie z.B. bei Amazon haben. Denn eine Änderung dieses Bildes von Ihnen wird schon ein wenig schwieriger. Big Data ist hier wieder einmal das Thema.

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Haftpflichtversichert?

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz SCHUFA, hat den Geschäftszweck, ihre Vertragspartner vor Kreditausfällen zu schützen und nach Meinung der SCHUFA selbst trägt sie zudem zum Schutz der Verbraucher vor Überschuldung bei. Zu diesem Zweck erfasst sie nach eigenen Angaben folgende Daten: Name, Geburtsdatum, Wohnadresse inkl. ehemaliger Anschriften, Girokonten, Kreditkarten, Telekommunikationskonten, Kredit- und Leasingverträge, Anfragen zur Identität (z. B. Ebay) oder auch von Inkassodienstleistern nach der Bonität („Ist da was zu holen?“). Keine Informationen hat sie über Vermögensverhältnisse, dem Einkommen, oder allen Verbindlichkeiten. An der letzten Position wird gearbeitet. Nicht zwingend durch die SCHUFA selbst, sondern durch jene, die Gefallen am Scoring einer Person finden, wie zum Beispiel verschiedene Vertreter des Versicherungsgewerbes.

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Von der Maas bis an die Memel

Geomarketing bezeichnet die Planung, Koordination und Kontrolle kundenorientierter Marktaktivitäten von Unternehmen mittels geografischer Informationssysteme. Bitte was?

Geografie? Maas? Memel?

Zur Erklärung betrachten wir die Wohnadresse der Bundeskanzlerin, Kupfergraben 6 in Berlin. Durch Geomarketing ist bekannt, dass das Haus, in dem Angela Merkel lebt, vor 1900 gebaut wurde. Es hat sechs Haushalte, die Bauweise ist befriedigend. Kein Garten, keine Ausländer, die Affinität für Kundenkarten liegt ebenso wie die für private Krankenversicherungen im Mittel. Die Bewohner gelten als desinteressierte Finanztypen, sind klassische Festnetznutzer und kaum Internet-Poweruser. Das dominierende Alter liegt zwischen 51 bis 60 Jahre, Diabetes und Arthrose sind überdurchschnittlich, Fitness unterdurchschnittlich. Es wird viel Audi, Mercedes und BMW gefahren, wenig Volkswagen.

Und: Anders als Kurt Beck, der auf dem Land wohnt, residiert Angie Merkel laut Geomarketing in einem Stadtviertel, in dem sich auch Zahlungsmuffel und Schuldner finden, wovon Kurt Beck als Landbewohner verschont bleibt. Die Stadtlage unserer Kanzlerin wirkt sich direkt negativ auf ihren Scoring-Wert aus. D.h., wenn Sie der Kanzlerin etwas verkaufen wollen, sollten Sie sich absichern; es könnte sein, dass Sie auf einer Forderung sitzen bleiben. Abwegig?

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