Cash or card

Es gibt Leute, die sagen, Onlinebanking wäre ein Segen. …aber nur für Schlapphüte und Kriminelle. Dieselben Leute sagen, dass Regierungen und Industrien das Bargeld abschaffen wollen, weil Münzen und Scheine für Bangster, Sicherheitsbehörden und Finanzämter lästig sind. „Cash or card“ würde damit nicht mehr die Frage sein. Denn Plastikkarten sind nicht nur billiger herzustellen, sie sind unseren Überwachern auch lieber, weil sie die Möglichkeit bieten, jede beliebige Transaktion zurückzuverfolgen. Ich muss diesen Leuten leider Recht geben. Auch aufgrund eigener Erfahrungen…

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Der Fall Falciani: Oder wieso Datenklau mit Technik nichts zu tun hat

Der Fall Falciani wirft derzeit hohe Wellen. Ein Informatiker der HSBC-Bank in Genf hat einen umfassenden Satz von Kundendaten mitgehen lassen. Diese Daten hat er den französischen Steuerbehörden geliefert und dafür eine erkleckliche Summe kassiert. Zur Zeit untersucht die Finanzmarktaufsichtsbehörde der Schweiz (FINMA) die Vorgänge rund um diesen Datenklau.

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Die Bertelsmann-Connection

Der von seinen Kritikern auch „Berserker des Dokumentarfilms“ betitelte Michael Moore beschreibt in seinem Film SICKO, dass ein Asthmaspray in den USA mehr als einhundert Dollar kostet, dieses jedoch in Kuba in der Apotheke für 5 Cent zu bekommen ist. Kuba und die USA zeichnen sich nun schon eine ganze Weile durch politische Gegensätze aus, ein Vergleich der medizinischen Versorgung auf diesem Level ist polemisch und hinsichtlich der Gesundheit einer Bevölkerung wenig aussagekräftig. Es dürfte aber jedem, der die Tagesschau sieht, klar sein, dass im Gesundheitswesen eine Menge Geld verdient wird. Dieser Markt unterliegt Veränderungen, die auch für einen Datenschützer interessant sind. Am Anfang steht eine lange Kette von Verflechtungen, die für die Mitbürger in diesem unserem Land nicht nur wirtschaftliche Nachteile nach sich zieht. Es fängt an mit einem Kaffeekränzchen unserer Kanzlerin und beschreibt den Einbruch von Wirtschaftsunternehmen in gemeinnützige Bereiche, der uns zu zahlenden Dummen macht, ohne dass der Staat eingreift.

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Über Politik, Transparenz und Einkommenssteuern

Wer ist Beppe Brillo? Das habe ich mich gefragt, als Heise kürzlich über die Veröffentlichung von Einkommenssteuererklärungen aller Italiener nebst zugehörigen Adressen durch das italienische Finanzministerium berichtete. Beppe Brillo, ehemaliger Schauspieler und Moderator, scheint als Komiker und Weblogger in Italien recht erfolgreich zu sein. Nach der Aktion des Finanzministeriums weiß das ganze Land, dass er im Jahr 2005 4.272.592,- Euro verdient hat. Und wir wissen das nun auch. Aber wollen wir das überhaupt?

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„Knete oder Knast“

Manch ein Internetnutzer hat es schon erlebt. Man findet im Briefkasten ein Anschreiben eines Inkassobüros oder einer Kanzlei, in dem eine Forderung erhoben wird. Man hätte sich auf der Startseite fragwürdiger Internetseiten in ein Kontaktformular eingetragen und sich damit zur Zahlung eines bestimmten Geldbetrags verpflichtet. Diese Anschreiben zeichnen sich teilweise auch durch die Drohung mit einem Schufa-Eintrag aus. Und das ist es dann auch. Eine Drohung mit einer unberechtigten Eintragung, was gegen Datenschutzbestimmungen verstößt, solange die Forderung bestritten wird. Insofern ist man dem nicht schutzlos ausgeliefert.

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Der (An)schein trügt …

Stellen Sie sich vor, Sie sehen an einer ampelgeregelten Kreuzung, wie ein Verkehrsteilnehmer bei Rot wartend den Rückwärtsgang einlegt und seinem Hintermann „vorne auffährt“. Wenn Sie nicht als der einzige Zeuge auftreten, kann der Verursacher dem Geschädigten vorwerfen, er hätte wegen der roten Ampel zu spät gebremst und wäre aufgefahren… Wer auffährt hat Schuld, und das würde auch hier greifen. Unehrlich, aber wahr… Wie das geht? Continue reading

Ganz vorn mit am Start …

… wir haben die Deutschlandcard! So lautet der Songtext des Werbespots für die jüngste Entwicklung in Sachen Kundenbindung. „Da ist ´ne fette Prämie drin …“ Zugegeben, der Text hat Format, da hat jemand richtig Geld in die Hand genommen, um eine gute Kampagne zu machen. Und die Botschaft kommt an, ohne Kundenkarte ist man heute offenbar nur ein halber Mensch…
Ich hatte bereits hier über den Betreiber Arvato, eine Tochter der Bertelsmann AG, und die DeutschlandCard berichtet. Im Geschäftsjahr 2007 hat Arvato einen Umsatz von 4,917 Mrd. € erwirtschaftet. Die Tochterfirmen der Arvato in aller Welt beschäftigen knapp 52.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An Kapital mangelt es also nicht. Als Wirtschaftsunternehmen hat Arvato aber auch nichts zu verschenken. Warum also „fette Prämien“ für die Nutzer der DeutschlandCard?

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Von Sexualstraftätern und Hexenjagden …

An einen Datenschützer wird oft die Frage adressiert, wozu man sich die Mühe machen soll, die Privatsphäre zu verteidigen, wo es doch nichts zu verbergen gibt. Ein rechtstreuer Bürger hat doch nichts zu befürchten und sollte einem Innenminister Schäuble für ein sicheres Land dankbar sein, und … Überwachung ist doch etwas Gutes!?

Sicher, als Bürger dieses Landes hat man das Recht, einen Anspruch an den Staat zu stellen, unbescholten durchs Leben gehen zu können und darauf zu vertrauen, dass der Staat Leben, Gesundheit und Eigentum des Individuums mit den erforderlichen Mitteln schützt. Die Palette der Erforderlichkeiten wird im Kontext der Bekämpfung von Terrorismus, Kriminalität und Sexualdelikten immer länger. Über die einzelnen Maßnahmen habe ich hier schon öfter geschrieben… Wie aber lässt sich eine konkrete Bedrohung feststellen?

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Kundenbindung mal anders…

Gestern fiel mir im Schaufenster der Apotheke an der nächsten Straßenecke ein Werbehinweis auf. „DeutschlandCard“. Nein, bei diesem „Denglizismus“, handelt sich nicht um eine Landkarte mit Apothekenverzeichnis, sondern um ein neues branchenübergreifendes Kundenkartensystem der Bertelsmann-Tochter Arvato, das als Konkurrenzprodukt zu den führenden Systeme Payback und Happy Digits am Markt eingeführt werden soll. Sie werden jetzt vielleicht fragen, wer ist Arvato? Und die Frage ist berechtigt. Arvato wickelt das Miles & More-Programm der Lufthansa ab und bietet verschiedene Dienstleistungen rund um Kundenbeziehungen an: Adresshandel, Bonitätsprüfungen, Direktmailings und Inkassodienste. Inkassodienste? Continue reading

Ironie des Schicksals …

Das Leben schreibt ja bekanntlich die besten Geschichten – und bei dieser Geschichte aus dem Freistaat Bayern hat die Ironie sicherlich eine Nominierung für die beste Regie verdient. Dass seit ca. 10 Tagen Steuerfahnder im gesamten Land Banken, Büros und Privatwohnungen umpflügen, ist keine Neuigkeit mehr. Ein Ende scheint noch nicht absehbar, denn wenn der BND schon 4,2 Millionen Euro für eine Datensammlung mit Steuerflüchtigen hinblättert, will man garantiert auch was für sein Geld haben.

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Steuer-Identifikationsnummer kommt ab Juli

Ab Juli wird das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) mit der Vergabe von eindeutigen Identifikationsnummern (Steuer-ID) für alle Bürger beginnen. Die Personenkennziffer wird die bisherigen Steuernummern ersetzen, die von jedem Finanzamt vergeben wurden. Dadurch werden die bislang dezentral geführten Datenbestände der rund 82 Millionen in Deutschland gemeldeten Personen aus rund 5300 Meldeämtern erstmals zentral bei der dem Bundesfinanzministerium angegliederten Behörde zusammengeführt. Ab Oktober sollen die neuen Identifikationsnummern den Bürgern mitgeteilt werden. Continue reading

Die CIA und der Geldverkehr

Der ORF berichtet über seinen Online-Dienst Futurezone, dass der Datenfluss von der belgischen Finanzagentur SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) an die CIA nicht eingestellt wurde. Vor allem würde der Zahlungsverkehr der arabischen Welt systematisch nach Spendengeldern islamischer Hilfsorganisationen durchkämmt. Nach Aussage eines Informanten des ORF würden die Datensätze der CIA häppchenweise übergeben. Continue reading