Gut gemeint

Wenn es nach dem Willen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) geht, sollen Bewerber sich künftig anonym bewerben können. Peter Schaar, den Bundesbeauftragten für den Datenschutz, freut es. Und an sich ist die Idee ja auch gut gemeint. An sich … denn haben Sie nicht auch schon die Erfahrung gemacht, dass „gut gemeint“ so ziemlich das Übelste ist, das man jemandem attestieren kann?

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Zehn kleine Manager

Als „politically correct“ gilt Zehn kleine Negerlein zwar nicht mehr, aber es könnte den Kern der Sache treffen: Nachdem in der vergangenen Woche Hartmut Mehdorn wegen der Datenschutz-Affäre bei der Bahn seinen Hut nehmen durfte, dreht sich nun auch das Personal-Karussell bei Lidl. Dabei flog der Deutschland-Chef Frank-Michael Mros aus der Kurve. So lichten sich die Reihen der Top-Manager in deutschen Unternehmen. Und das nicht etwa wegen ökonomischen Versagens – nein, sie stolpern über wiederholte Datenschutzpannen.

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So ein Schrott

Unsere Wirtschaft liegt darnieder. Doch dagegen ist ein Kraut gewachsen: Frau Merkel und Konsorten werfen Geld unters Volk, und zwar für den Autokauf. Das Ganze firmiert unter dem Namen „Umweltprämie“ – direkter ausgedrückt: Abwrackprämie. Nun trabt Angie Merkel natürlich nicht selbst zu Abwrackwilligen und drückt ihnen 2500 Euro in die Finger. Nein, sie hat die Auszahlung des Verschrottungsbonus an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) delegiert. Diese Behörde verteilt das auf 600000 Antragsteller limitierte Budget nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Damit der (angeblich) ausgelöste Run auf die Prämie nicht in wüstes Hauen und Stechen ausartet, soll eine sekundengenaue Protokollierung der Antragseingangsreihenfolge nötig geworden sein. Also hieß es: Salto rückwärts – weg von der Beantragung auf dem Papierweg zum Online-Verfahren, was das BAFA überfordert zu haben scheint. Deshalb wurde heise online nach das Formular zur Online-Reservierung von einem externen Dienstleister „gestrickt“. Und weil für die Umstellung ca. eine Woche blieb, ließ der beim Stricken mit heißer Nadel ein paar Maschen fallen …

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Jäger und Sammler

Der Biologe bezeichnet sie als Sciurus vulgaris, Bernhard Grzimek hätte sie „possierliche Nager“ genannt und einem Artikel auf Spiegel online gemäß benennt die Deutsche Bahn Spähaktionen nach ihnen: Eichhörnchen. Putzige Tierchen, ohne Zweifel – aber ihre Gier auf Nüsse und ähnliche Naturalien ist schier grenzenlos. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Bahn. Die giert auch: Nach Informationen über ihre Mitarbeiter und deren Angehörige. Darum soll die Bahn mehrere Spionagemaßnahmen durchgeführt haben, eine davon unter dem Codenamen „Eichhörnchen“ – der Namengeber wird sich seinen Teil gedacht haben …

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Tradideldum – der DSB geht um

Gegen Ende jedweder Show vom Format „Deutschland sucht das Suppenhuhn“ marschiert ein Notar ins Studio und überreicht den Moderatoren dienstbeflissen ein Kuvert mit den Namen der Sieger. Die Botschaft ist deutlich: ein Notar – hier geht alles mit rechten Dingen zu. Eine ähnliche Botschaft wollte wohl auch die WestLB aussenden, als sie verlauten ließ: „Unter Aufsicht eines Datenschutzbeauftragten wurden die Daten beim Empfänger gelöscht.“ Unabhängig von der ohnehin angespannten Situation der Landesbanken war das aber auch nötig – schließlich hat eine Mitarbeiterin der WestLB versehentlich Daten der Bank an einen Privatmann versandt.

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Da legst di nieder

Bayern kochen oftmals ihr eigenes Süppchen und liegen bei Persönlichkeitsrechten, Freiheit und ähnlichem Firlefanz unerfreulich häufig auf einer ähnlichen Linie wie unser Bundesinnenminister. Insofern verwundert die Meldung kaum, dass das LKA Bayern ein System zur genauen Handyortung präsentierte. Die Begründung? Man benötigt die Daten vor allem zur Bergung von Unfallopfern in entlegenen Gebieten und bei der Suche nach Vermissten. Aber birgt nicht etwa in allzu unwegsamem Gelände die Bergwacht Verletzte? Und dann wird man hellhörig …

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Drogensüchtige der Alpenrepublik, vereinigt euch

Zugegeben: Dass Heise ausgerechnet am 11.11. meldet, Österreich wolle Drogenkonsumenten in Datenbanken erfassen, nährt den Verdacht: Stoff für eine Büttenrede. Aber dem ist nicht so. Vielmehr wollen die Österreicher offenbar ihre Topposition in punkto landesweite Datenpannen ausbauen. Schließlich birgt der neueste Geistesblitz aus der Alpenrepublik das Potential für ernstzunehmende Eingriffe in Persönlichkeitsrechte und Daten-Supergaus.

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Big Brother hätte nicht davon zu träumen gewagt

Was assoziieren Sie mit Großbritannien? Die Royals, Tennisturniere, Pferderennen, kulinarische Entgleisungen wie Wildschwein mit Pfefferminzsauce (davon wusste schon Obelix ein Lied zu singen) und britischen Humor. Die Hauptmerkmale des britischen Humors sind Bissigkeit und Trockenheit, die nicht einmal vor Tod oder Katastrophen zurückschrecken. Geschmacklos? Mag sein, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Angesichts der neuesten Überwachungspläne aus britischen Regierungskreisen lässt sich jedoch kaum mehr streiten – allenfalls darüber, ob man sie noch als humoristischen Lapsus abtun könnte.

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Was Hänschen nicht lernt

 … lernt Hans nimmermehr. Im Informationszeitalter sollte diese Redensart vielleicht “Was StudiVZ nicht leistet, leisten die Universitäten” lauten. Dass an den deutschen Universitäten auch in punkto Datenschutz einiges im Argen liegt, ist nicht neu. Wenn aber die universitären Datenschützer sich selbst als “zahnlose Papiertiger” bezeichnen, weiß man: Es ist fünf vor zwölf. Insofern lohnt ein Blick auf die Geschehnisse.

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