Your Finger, please!

MISSION 100 ist, wie Sie vielleicht wissen, nicht nur national in Deutschland tätig. Im Verbund eines internationalen Netzwerks haben wir die Möglichkeit, die weltweite technische Entwicklung und deren Auswirkung auf die Einschränkung der Persönlichkeitsrechte im internationalen Vergleich zu sehen und auch daraus Maßnahmen zu entwickeln, die Verhältnismäßigkeit zwischen Sicherheitsbedürfnis, technischen Möglichkeiten und Individualrechten zu wahren. Einer unserer internationalen Partner – der Konzerne in der Thematik IT-Governance, Compliance und Privacy berät – hatte neulich im Zusammenhang mit einer Besprechung in einer außereuropäischen Niederlassung eines „Global Players“ ein mehr als bemerkenswertes Erlebnis, das ich hier als Auszug seiner Mail an mich wiedergebe:

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Taxi 2.

Aufgrund meiner gestrigen Erkenntnisse zum Thema Taxiüberwachung habe ich heute morgen mit der Aufsichtsbehörde in Hamburg Kontakt aufgenommen. Dort wurde das Thema in der Vergangenheit anhand eines Einzelfalles diskutiert und dem betreffenden Taxiunternehmen eine Teilgenehmigung erteilt, da es bei diesem Unternehmen Übergriffe auf Fahrer gegeben haben soll. Die Tragweite dieser Entwicklung ist der Aufsichtsbehörde jedoch nicht bekannt. Wie auch. Eine Aufsichtsbehörde ist auf die Zuarbeit aus der Bevölkerung angewiesen. Oft ist es so, dass dem Laien die im Einsatz befindlichen Systeme nicht ersichtlich sind. So auch in den Taxen der Stadt Hamburg. Zudem hat sich in der Regel die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in diesem unserem Lande mit Kamerasystemen schon soweit arrangiert, dass dazu keine mehrheitsfähige Gegenrede mehr anzunehmen ist.

Oder etwa doch? Deshalb will ich hiermit einen Aufruf starten, gegen diese Entwicklung etwas zu unternehmen. Es kann und darf nicht sein, dass unsere Lebensbereiche zunehmend unter Beobachtung gestellt werden.

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Wo ist die Kamera?

Gestern abend habe ich den Taxiunternehmer meines Vertrauens angerufen und wurde von einer Computerstimme begrüßt: „Wir haben Sie als Stammkunden identifiziert. Wenn Sie jetzt die 1 drücken, wird Wagen Nummer 363 in 7 Minuten bei Ihnen sein!“. Nanu? Tatsächlich stand das Taxi im angegebenen Zeitraum vor meiner Haustür. Nähere Recherchen beim Fahrer brachten dann die Erkenntnis hervor, dass die 7 Minuten keine Standardansage, sondern das Ergebnis einer GPS-Ortung sind. D.h., im Moment des Anrufs eines Stammkunden wird über die Nummernkennung der Standort und das nächste verfügbare Fahrzeug ermittelt. Schöner Service, könnte man meinen, wenn der Fahrer gegen die Vollkontrolle seines Arbeitsplatzes keine Einwände hat. Auf meine nicht ganz ernst gemeinte Andeutung, jetzt fehle ja nur noch die Kamera im Fahrgastraum bekam ich dann zu hören: „Die befindet sich genau vor Ihnen und zeichnet sowohl den Fahrgast als auch die Wegstrecke nach vorne auf.“

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