Was Hänschen nicht lernt

 … lernt Hans nimmermehr. Im Informationszeitalter sollte diese Redensart vielleicht “Was StudiVZ nicht leistet, leisten die Universitäten” lauten. Dass an den deutschen Universitäten auch in punkto Datenschutz einiges im Argen liegt, ist nicht neu. Wenn aber die universitären Datenschützer sich selbst als “zahnlose Papiertiger” bezeichnen, weiß man: Es ist fünf vor zwölf. Insofern lohnt ein Blick auf die Geschehnisse.

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Schlüssellöcher und andere Menschlichkeiten

In letzter Zeit werde ich öfter gefragt, warum es hier keine nennenswerten Berichte über die Datenschutzprobleme der Telekom gibt. Die Erklärung ist einfach. Einerseits sind die Zeitungen voll von Berichten dazu und man fragt sich, welche Sensationsmeldung als nächste folgen wird. Die Journallie bezieht sich jetzt schon nicht mehr auf das „Warum?“ und „Wie?“, sondern versucht sich in Interpretationen und Kritiken zum gegenwärtigen Bemühen der Telekomverantwortlichen, die Situation in den Griff zu bekommen, die u.a. lauten: Die derzeitigen Lösungen sind eine rührende Mischung aus Hoffnung, Naivität und Aktivismus.

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Patientenakten auf dem Schnäppchenmarkt

Es klingt wie eine Posse. Der Eine deckt vermeintliche Missstände im Geschäftsbetrieb des Anderen auf; der Andere erstattet daraufhin eine Strafanzeige und versucht damit sein eigenes Fehlverhalten zu vertuschen. Betroffen sind zahlreiche Patienten, deren Daten in unmittelbarer Nähe zu einem Schnäppchenmarkt in einer relativ ungeschützten Umgebung einsehbar wurden und teilweise im Internet zu lesen gewesen sind.

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Nackt

Nackt in der Öffentlichkeit ist bei bestimmten Anlässen ein Thema für die Polizei und führt mitunter zu einem Hilferuf an die Ordnungshüter, die dann mit Begriffen wie „Erregung öffentliches Ärgernis“ argumentieren. Dagegen scheint Entblößung am Flughafen aus Gründen der Gefahrenabwehr harmlos und von der Öffentlichkeit toleriert. nacktDie Rede ist von den sogenannten Nacktscannern. Systeme, mit denen Reisende bis auf die Haut entblößt werden. Diese Technologie ist an verschiedenen Flughäfen bereits im Einsatz und führt auch schon mal zum Hinweis: „Sie haben da noch ein Taschentuch in der Hosentasche!“ Continue reading

Eine Insel mit zwei Bergen

Wieso nur assoziiere ich mit der Meldung, dass der Bund Deutscher Kriminalbeamter sich gegen die Wiederwahl des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar ausspricht, die Augsburger Puppenkiste? Etwa weil das Gebaren des einen oder anderen Protagonisten an Marionettentheater erinnert? Dabei bleibt zwar die Verteilung der Rollen weitgehend offen – doch die Frage nach den Motiven lässt sich nicht vom Tisch wischen.

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Wetten dass?!

Man kann auf vieles wetten: Pferderennen, Zahlen beim Lotto, fallende Börsenkurse. Demnächst sollten pfiffige Buchmacher Wetten auf das Land anbieten, das die meisten Datenschutzpannen produziert. Neu im Rennen um die Plätze auf dem Podest sind die Österreicher. Allein diese Woche haben sie zweimal auf sich aufmerksam gemacht und damit hohes Entwicklungspotenzial bewiesen.

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… und prallte gegen einen Feldbusch

Die Presseberichterstattung der letzten Wochen und Monate verwendet öfter den Begriff der personenbezogenen Daten. Ich werde auch nicht zuletzt deshalb gefragt, was denn alles darunter zu verstehen ist. Ein gerne genommenes Beispiel dazu ist ein Bericht des Polizeikommissariats Verden aus dem Jahr 1998. Zu einem Verkehrsunfall hieß es darin: „Ein international bekannter 44jähriger Popstar aus Rosengarten geriet mit seinem Pkw infolge von Unachtsamkeit auf der regennassen Fahrbahn ins Schleudern, rutschte in den rechten Seitenraum, prallte gegen einen dort befindlichen Feldbusch…“ Popstar, Rosengarten, Feldbusch? Na raten Sie mal.

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Jeder andere würde gefragt …

„Wie steht es sich denn so…, ohne Rückgrat?“ Bei Herrn Schäuble muss man diese Frage natürlich als unangebracht bezeichnen, wenn man auf seine persönliche Situation abstellt. Um die geht es hier auch nicht. Betrachtungen dieser Art sind nicht von der feinen Art und ein solcher Eindruck soll hier erst gar nicht entstehen, sondern der Fokus auf eine andere Frage gerichtet werden: Was treibt unseren Bundesinnenminister? Im Zusammenhang mit der jüngsten Entwicklung bei der Telekom hat Schäuble die zuletzt bekannt gewordenen Vorgänge als “sehr ärgerlich” bezeichnet. Der Fall würde zeigen, dass die von der CDU angestrebte Verbesserung des Datenschutzes dringend nötig sei. Er hätte weiterhin zu bedenken gegeben, dass sich viele Bürger von den modernen Kommunikationsmitteln “verführen” lassen würden, mehr von sich mitzuteilen, als ihnen wirklich recht sei. Man liest und staunt: Bundesinnenpolitik im Wandel.

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Elvis lebt!

elvis lebtIn der jüngeren Vergangenheit hat die Politik uns Glauben machen wollen, dass der durch den ehemaligen Bundesinnenminister Otto Schily initiierte elektronische Reisepass, kurz e-Pass, die Fälschungssicherheit von Dokumenten erheblich erhöht, bzw. es unmöglich sei, den e-Pass zu fälschen. Technische Unmöglichkeit ist schon seit der Titanic widerlegt, und es war Sir Peter Ustinov, der sagte: „Das Letzte, was die Welt hören wird, bevor sie explodiert, ist die Stimme eines Technikers, die sagt: Das ist technisch unmöglich.“ Geschichte wiederholt sich und auch in Sachen e-Pass ist das scheinbar Unmögliche möglich.

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17 Mio. Kundendatensätze der Telekom „entwendet“

Im Spiegel wird berichtet, dass T-Mobile schon im Jahr 2006 17 Mio Kundendatensätze „geklaut“ wurden. Die dem SPIEGEL vorliegenden Datensätze, die Handynummern, Adressen, Geburtsdaten und teilweise auch E-Mail-Adressen umfassen würden, wären bereits im Internet in kriminellen Kreisen angeboten worden. Diese Nachricht hat sich in der Presse vor dem Hintergrund der weiteren Presseberichterstattung um die Telekom nicht unerwartet schnell verbreitet. Die Rede ist von „Datenraub“ oder „Diebstahl“. Über die Begrifflichkeiten sollte man einmal kurz nachdenken. Raub findet sich im § 249 des StGB und der lautet: „Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.“ Das würde hinsichtlich der fraglichen Daten beinhalten, dass diese nicht mehr bei der Telekom, und u.a. jetzt beim Spiegel zu finden sind…

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Mein Name ist Kermit

Das Hamburger Abendblatt lässt uns wissen, dass die Nutzerprofile von Menschen, die ungewöhnliche Namen haben, im Social Network Facebook unter Umständen ohne Vorwarnung gelöscht werden. Der Australierin Elmo Keep sei durch den Betreiber mitgeteilt worden, sie habe sich nicht mit ihrem echten Vornamen angemeldet, denn Elmo hieße eine Figur aus der Sesamstraße und deshalb sei ihr Profil gelöscht worden. Wenn Sie also zufällig Ken heißen und auf der Suche nach Barbie sind, sollten Sie sich bei Facebook ein Pseudonym zulegen und hoffen, dass Barbie das auch so macht. Ein Pseudonym?

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