Welche Art von Terrorist sind Sie?

In der Online-Ausgabe der Welt wird ebenso wie hier, hier und in der Tagesschau über die US-Liste der Terrorverdächtigen berichtet. Immerhin, Nelson Mandela, der nunmehr schon vor 14 Jahren den Friedensnobelpreis bekommen hat, ist der Berichterstattung zu Folge Anfang Juli von der Liste gestrichen worden, auf die er als Gegner der Apartheid in Südafrika gelangt war. Saddam Hussein wurde noch nicht gestrichen, obwohl der ja tot sein soll. Zumindest konnten daran Interessierte seine Hinrichtung per Video im Internet verfolgen. Wahrscheinlich wurde nur einer seiner Doppelgänger hingerichtet, Hussein lebt noch und das Video wurde nur online gestellt, um den Eindruck seiner Hinrichtung zu erwecken. Welchen Grund sollten die Amerikaner sonst haben, seinen Namen weiterhin auf der Liste zu führen? Wie dem auch sei. Es bleiben immer noch mehr als 1 Million Leute, die auf der Liste stehen, tot oder lebendig.

Ein Kommentar über die Terrorliste fand sich in der Druckausgabe der Welt. „Zippert zappt“ soll vermutlich genau so ernst genommen werden, wie die Liste selbst. Hier meint Zippert, das amerikanische Zentrum zur Terrorüberwachung bitte alle Bürger der Welt um Mithilfe, die eigenen Daten auf der Liste auf einen aktuellen Stand zu bringen. So fordert er die Leser z.B. auf, sofern sie aus Altersgründen den Terrorismus aufgegeben zu haben, dies den amerikanischen Behörden mitzuteilen und um Löschung von der Liste zu bitten. Ebenso sollte man der Behörde jegliche berufliche Veränderung mitteilen. Wenn es der Leser mittlerweile vom Anfänger zum Topterroristen geschafft haben sollte, wäre dies auch eine Mitteilung an die US-Behörden wert.

Womöglich kommt jetzt der eine oder andere Leser auf die Idee, beim amerikanischen Konsulat ein Auskunftsersuchen gem. § 34 Bundesdatenschutzgesetz zu stellen. Im Einzelfall hieße das, die Amerikaner zu fragen, welche Daten über den Anfragenden bei den US-Behörden gespeichert wurden oder verarbeitet werden. Das wiederum wäre eine Wahrnehmung von Persönlichkeitsrechten nach bundesdeutschem Datenschutzrecht. Genau genommen die Wahrnehmung des Rechts auf Auskunft, Berichtigung unrichtiger Daten, Sperrung oder Löschung.

Wenn Sie diesem Recht nachzukommen gedenken, können Sie z.B. die folgenden Formulierungen verwenden: Ich erbitte gem. § 34 BDSG eine Auskunft über die in Ihrem Hause zu meiner Person gespeicherten Daten sowie eine Angabe der Stelle, die Ihnen meine Daten übermittelt, bzw. bei der Sie Daten über mich erhoben haben. Sollten Sie mich als Terrorverdächtigen gelistet haben, mache ich mein Recht auf Berichtigung unrichtiger Daten geltend und stelle damit einen Anspruch auf Löschung meines Namens von der Terrorliste.

Letzteres geht natürlich nur, sofern Sie nicht (mehr) als Terrorist tätig sind oder bereits verstorben. Wie auch sollte ein Toter einen Antrag auf Löschung stellen? Ein Versuch der Lebenden dürfte dennoch nicht erfolgversprechend sein. Nichts desto trotz würde ich mich freuen, wenn Sie mich an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen und mir eine bis jetzt nicht zu erwartende Antwort des US-Konsulats zukommen lassen.

Aber Vorsicht: Wenn Sie bis dahin noch nicht auf der Liste zu finden waren, werden Sie es vielleicht durch die Anfrage. Denn: Warum sollte jemand anfragen, der nichts zu verbergen hat?

Und die Moral von der Geschichte? Humor ist, wenn man trotzdem lacht, auch wenn es wahrlich nichts zu lachen gibt.