Ehemaliger Bundesdatenschützer Jacob berät Lidl (Update)

Bettina Sokol, die Landesbeauftragte für Datenschutz in NRW hat nach einer Meldung bei teltarif ein Datenschutzgesetz für Arbeitnehmer gefordert. Ein solches Gesetz sei mit Blick auf die Vorwürfe von Mitarbeiter-Bespitzelungen bei Discountern sehr sinnvoll. Vorkommnisse wie die bei Lidl seien überraschend, ihr seien „schon einige Fälle auf den Tisch gekommen“, bei denen es um Mitarbeiterkontrolle gegangen sei.

Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Joachim Jacob hat nach Angaben von Heise angekündigt, gemeinsam mit dem Unternehmen Lidl ein neues Videoüberwachungskonzept zu entwickeln. Jacob hätte gegenüber dpa erklärt, dass Videoüberwachung klar erkennbar sein muss und Mitarbeiter sowie Kunden müssten wissen, wenn sie videoüberwacht werden. Er schließt seine Erklärung mit den Worten ab: „Sichtbare Kameras haben auch eine abschreckende Wirkung.“

Insbesondere den letzten Satz sollte Lidl genauer betrachten. Vor dem Hintergrund, dass Lidl bislang nicht bekundet hat, sich von der Videoüberwachungspraxis abzuwenden, kann dieser Satz auch so verstanden werden, dass die Kundschaft sich abgeschreckt von Lidl abwendet…

Wenn die Kundschaft sich zukünftig von Unternehmen distanziert, denen die Persönlichkeitsrechte von Mitarbeitern und Kunden egal sind, hätte die Lidl-Praxis ja auch etwas Gutes.

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