Pilotprojekt des BKA zur Foto-Fahndung

Das Bundeskriminalamt verabschiedet sich nach völlig unzureichenden Ergebnissen eines Pilotprojekts von der geplanten Einführung der Foto-Fahndung mit der 2D-Gesichtserkennung.
In der anhaltenden Diskussion um biometrische Fahndungsmethoden hat ein Pilotprojekt des Bundeskriminalamts recht ernüchternde Ergebnisse gebracht. In einem rund viermonatigen Test am Mainzer Hauptbahnhof wurde eine 2D-Gesichtserkennung unter Praxisbedingungen überprüft und brachte dabei nur völlig unzureichende Ergebnisse. Dabei wurden die Treppenzugänge über Videokameras überwacht und mittels einer Gesichtserkennungssoftware sollten dabei die Gesichter von 200 Personen identifiziert werden, die sich für diesen Versuch freiwillig gemeldet hatten und von denen dazu zuvor Fotos angefertigt worden waren. Während unter günstigen Bedingungen bei Tageslicht die Software immerhin noch 60 Prozent der Testpersonen erkannte, sank der Anteil in den Abend- und Nachstunden sogar auf Werte von 10 bis 20 Prozent. BKA-Präsident Jörg Ziercke kam bei der Vorstellung dieser Ergebnisse daher zum Schluss, dass biometrische Gesichtserkennungssysteme im öffentlichen Raum derzeit noch nicht einsatzfähig seien, zumal auch das Potenzial für Falscherkennungen noch viel zu hoch sei. Derartige Verfahren seien bislang lediglich für Zwecke wie etwa Zugangskontrollen geeignet. Das Projekt hat nach Ansicht des BKA-Präsidenten auch gezeigt, dass man derzeit noch weit von einem Überwachungsstaat entfernt sei, in dem jeder Einzelne jederzeit identifiziert werden könne. Zugleich kündigt er jedoch an, dass es in einigen Jahren, wenn die verbesserten 3D-Erkennungsmethoden ausgereift seien, neue Tests zur Gesichtserkennung geben soll.