Über E-Mails Dritter

Fremde E-Mails dürfen nicht veröffentlicht werden. Entsprechend einem Urteil des Landgerichts Köln dürfen Betreiber einer Website keine E-Mails publizieren, die nicht direkt an sie gerichtet sind und die nicht zur Veröffentlichung gedacht sind. Man sollte dies als eine Selbstverständlichkeit erachten oder zumindest in der Analogie zur Briefpost auf die Idee kommen, dass Email dem Fernmeldegesetz unterliegen und nicht jedermann zugänglich sein dürfen. Offenbar ist das in der Praxis anders gesehen worden. Der Betreiber einer Homepage wurde nicht nur zur Löschung der E-Mail-Texte sondern auch zur Zahlung eines Schadensersatzes verurteilt. Das Gericht begründete das Urteil mit einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und des Geheimhaltungsinteresses des Klägers. In diesem Zusammenhang führten die Richter aus, dass E-Mails denselben Schutz genießen wie Briefe, die in einem geschlossenen Briefumschlag verschickt werden, die auch nach dem Absenden nicht aus der Geheimnissphäre entlassen werden. Die Absender könnten daher davon ausgehen, dass Dritte nicht von diesen Inhalten Kenntnis nehmen können. Zur Ermittlung des Schadenersatzes wurde der Beklagte aufgefordert, Angaben dazu zu machen, seit wann die beanstandeten E-Mail-Texte über seine Webseite zugänglich waren und wie viele Zugriffe auf diese Inhalte es seitdem gegeben habe.